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Mit geballten Infos in die Offensive

06.07.2018

Großes Interesse an der Veranstaltung der FFBQ-Vorhabenträger. Tunnelgegner sprechen von „Alibi-Aktion“, schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

Blauer Himmel und Sonnenschein, die Ostsee nur wenige Meter entfernt – dennoch zog es am Mittwoch zahlreiche Interessierte nicht an den Südstrand, sondern ins IFA Fehmarn Hotel, wo die vier Vorhabenträger der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) und der Hinterlandanbindung – der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, die DB Netz AG, Femern A/S sowie das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus – die aktuellen Planungsstände präsentierten. Neuigkeiten gab es keine zu verkünden – viel geredet wurde indes dennoch. Ins Gespräch kommen, Fragen beantworten, transparent sein – so die Zielstellung der vier. Dafür gab es Lob, aber auch Kritik, schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

Zunächst hatten die Bauherren bereits um 16 Uhr Fehmarns Stadtvertreter und die Gemeindevertreter aus Großenbrode in den Konferenzraum „Kiekut“ eingeladen, bevor ab 18 Uhr die Veranstaltung für jedermann freigegeben wurde. „Schön, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird. Die Einwohner sehen aus erster Hand, wie komplex die Themen sind und können sich umfänglich informieren“, bekundete Regionalmanager Jürgen Zuch Zustimmung für das Veranstaltungsformat. Auch die Tatsache, dass so viele Stadtvertreter der Einladung gefolgt seien, freue ihn.

„So hören sie mal nicht nur meine Sachstandsmeldungen in der Stadtvertretung“, lächelte Zuch. Hendrick Kerlen, Vorsitzender des Aktionsbündnisses gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung, sah die Informationsoffensive an diesem Abend naturgemäß kritisch: Er halte von der Veranstaltung nicht viel. „Sicherlich wird informiert, aber am Ende werden die Menschen doch hinters Licht geführt, indem man ihnen suggeriert, sie könnten mitbestimmen. Aber eine Beteiligung der Öffentlichkeit gibt es gar nicht. Das ist eine Alibi-Aktion.“

Um die Vorhabenträger auf entsprechenden Gegenwind bei der Veranstaltung einzustimmen, hatten die Beltretter die Strandstraße auf Höhe des Binnensees in eine Allee der blauen Kreuze verwandelt, so das Blatt. 

Ganz andere Töne vonseiten des DB-Projektleiters der FFBQ, Bernd Homfeldt, der sich mit der Resonanz an diesem Abend zufrieden zeigte. Momentan seien die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren bekanntlich beim Eisenbahnbundesamt (EBA) und man habe bereits erste Hinweise redaktioneller und inhaltlicher Art bekommen, die momentan in die Unterlagen eingearbeitet werden würden, so Homfeldt. „Wenn das EBA zufrieden ist, gehen die Unterlagen an das Amt für Planfeststellung Verkehr (APV), dann werden die Unterlagen ein erstes Mal ausgelegt“, so Homfeldt, der auch bekräftigte, dass man gerade intensiv dabei sei, die Masse an Trassenverläufen der künftigen Sundquerung zu reduzieren. „Zum Jahresende wissen wir dann genauer, in welchen Richtung es geht“, sagte Homfeldt.