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Neuer Knotenpunkt in Burg: Bahnhof bekommt zweites Gleis

06.07.2018

Künftig sollen Züge aus Lübeck und Dänemark gleichzeitig abgefertigt werden können – Beginn der Arbeiten für 2022 geplant, schreiben die Lübecker Nachrichten.

Der 2010 wiedereröffnete Bahnhof Burg soll zum Nahverkehrsknotenpunkt aufgewertet werden. Damit sich die Züge von Deutschland nach Dänemark begegnen können, wird ein zweites Gleis gebaut. Die Stadt Fehmarn fordert aber weiter einen Fernzug- Halt an der Hauptstrecke, schrieben die Lübecker Nachrichten (LN).

Es war die Top-Nachricht auf dem großen Info-Abend am Mittwoch in Burgtiefe zum Thema Belttunnel. Als Erste erfuhren es in nicht-öffentlicher Runde Fehmarns Stadtvertreter – einen Tag vor der öffentlichen Präsentation beim Oldenburger Dialogforum. Und so sehen die Pläne vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH), der AKN Eisenbahn als Betreiber und DB Netz aus: 2022 starten der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden. Sogar fünf Jahre – statt der zunächst angekündigten vier – können deshalb keine Züge mehr zwischen Neustadt und Puttgarden fahren, so die LN.

Frühestens 2022 beginnt der Umbau des Bahnhofes Fehmarn-Burg. Seit seiner Eröffnung 2010 haben sich dort die Fahrgastzahlen mehr als verdreifacht: auf durchschnittlich 400 Ein- und Aussteiger täglich. „Eine kleine Erfolgsgeschichte“, betont Simon Preis (Nah.SH). Und das soll auf Fehmarn passieren: Es entsteht ein zweites Gleis, um den grenzüberschreitenden Nahverkehr besser bedienen zu können. Der bereits vorhandene Bahnsteig wird zum Mittelbahnsteig umgebaut und verlängert. Das erhöht die betrieblichen Kapazitäten. Preis: „Gleichzeitig können dann zwei Züge abgefertigt werden.“

Denn künftig sollen sich die geplanten grenzüberschreitenden Regionalzüge Lübeck–Fehmarn–Nykøbing regelmäßig auf der Insel begegnen. Deshalb wird Burg ein attraktiver Nahverkehrsknotenpunkt mit Anschlüssen in allen Richtungen, so lautet die Planung. Die AKN wird dafür den stadtnahen Bahnhof in Burg im Auftrag der Nah.SH umbauen. Sie hatte bereits 2010 den neuen Bahnhalt gebaut – ganz in der Nähe des alten Burger Bahnhofes, der mit Eröffnung der Vogelfluglinie 1963 eingestellt worden war. Die DB-Netz, die zuständig für die Eisenbahn-Infrastruktur außerhalb des Bahnhofes ist, baut außerdem eine Anlage mit vier Abstellgleisen im Bereich des Burger Gleisdreiecks. Diese sind vor allem für das nächtliche Abstellen von Zügen gedacht.

Während der fünfjährigen Vollsperrung der Schienentrasse zwischen Puttgarden und Neustadt soll es täglich im Stundentakt schnelle Busverbindungen nach Lübeck geben. Eine Fahrt dauert eine Stunde und 47 Minuten (die LN berichteten). Nach Wiederinbetriebnahme der Strecke Lübeck– Fehmarn sind auch Zeitersparnisse im Nahverkehr möglich. Preis: „Eine Fahrt von Burg bis Lübeck dauert dann nur noch 49 Minuten.“ Bisher waren es eine Stunde und 28 Minuten, schreibt das Blatt.

Die große Info-Veranstaltung nutzten viele Insulaner, um sich von mehr als 20 Fachplanern und Experten informieren zu lassen. So stellte Femern A/S eine neue dynamische Inselkarte zur künftigen Baustelle vor. Vor allem unter den Beltgegnern gab es aber auch viel Kritik. „Schade, an den lauten Stehtischen bekommen die Befürworter unsere Bedenken gar nicht richtig mit“, so Christine Albert vom Aktionsbündnis. Die blauen Beltkreuze vor Burgtiefe mussten sie am Abend wieder abbauen, so die LN.