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FFBQ: Alles eine Frage des Maßstabes?

30.08.2018

Beltretter kritisieren „Verniedlichen der Mega-Baustelle“. Areale ausgeklammert, Farbgebung irreführend, schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

Bereits Anfang Juli gaben die dänischen Tunnelplaner der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ), Femern A/S, mit einer dynamischen Karte von der Baustelle auf Fehmarn ihre „Antwort auf das tatsächliche Ausmaß“ der Bauarbeiten (wir berichteten), schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

Reagiert hatte Femern A/S wiederum auf eine Grafik der Beltretter, die mit ihrer Darstellung im März für Aufsehen sorgten. Nun greifen die Beltretter die dynamische Baustellenkarte erneut auf und sprechen von einem „Verniedlichen der Mega-Baustelle“.

Die Karte klammere viele Areale von Nord-Europas größter Baustelle einfach aus und wähle den Maßstab so, dass die eigentlich riesige Baustelle fast schon niedlich erscheine, so die Schelte der Beltretter-Sprecherin Katrin Neumann.

„Die Tunnelplaner haben unsere eigene Baustellensimulation Anfang des Jahres als unrealistisch kritisiert. Legt man nun aber mal beide Karten im richtigen Maßstab übereinander, sieht man deutlich, dass sie sich verblüffend stark ähneln“, meint Neumann und bezeichnet die Karte von Femern A/S als unvollständig, so das Blatt.

„Sie haben wichtige Baustellenteile einfach weggelassen. Die riesige Baustelle der Hinterlandanbindung, die ja in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Belttunnel steht, ist gar nicht eingezeichnet.“ Auch die umfassenden Bauarbeiten auf dem Wasser und Eingriffe in die Ostsee seien nicht berücksichtigt. Gleiches gelte für etwaige Areale Dritter, die mit dem FFBQ-Bau Geld verdienen wollen.

Florian Grimm, zweiter Sprecher der Beltretter: „Zu allem Überfluss und fast schon als Sarkasmus anzusehen ist, dass der Baustellenbereich hellblau eingefärbt wurde, um eine in Wirklichkeit riesige, laute Baustelle im Betrachterauge harmonisch wirken zu lassen. Da ist schon mit allerhand Tricks gearbeitet worden.“ Eigentlich, so Grimm, hätte man auch ein aus dem All aufgenommenes Bild Fehmarns nehmen können, die geplante Baustelle als Miniatur einzeichnen und überdies rosa einfärben können. „Dann hätte die geplante Riesenbaustelle sogar noch süßer gewirkt“, spottet Grimm und sagt klipp und klar: „Man will uns veräppeln.“