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Nautische Vereine fordern Echtzeit-Simulation

02.10.2018

„Verwunderung“ über Sicherheitskonzept von Femern A/S / Für Wasmuth ist erhöhte Schiffssicherheit „unbewiesen“, meldet das Fehmarbsche Tageblatt.

„Mit großer Verwunderung“ reagieren die Nautischen Vereine der Ostsee – von Kappeln über Lübeck bis nach Stralsund – auf die Aussagen von Femern A/S, dass mit dem entwickelten Sicherheitskonzept die Beltbaustelle die Schifffahrt im Fehmarnbelt nicht gefährden werde, schreibt das FT.

„Die Schiffssicherheit kann nicht erhöht werden, indem man immer wieder ein Konzept mit Maßnahmen ankündigt, welche unbewiesen bleiben“, so Kapitän Johannes Wasmuth, Vorsitzender des Nautischen Vereins Vogelfluglinie. Er erinnert daran, dass die Nautischen Vereine bereits im Februar 2017 „die gerade jetzt wieder angekündigten risikominimierenden Maßnahmen als nicht ausreichend bewertet“ hatten. Die Einrichtung einer Verkehrsüberwachung (VTS) des Fehmarnbelts sei zu begrüßen, aber die VTS sei nur eine beratende und informelle Institution der Schifffahrtsverwaltungen und somit eine vom Staat finanzierte Einrichtung, gibt Wasmuth zu bedenken. Kritisch sehen die Nautiker zudem, dass die mit deutschen und dänischen Beamten besetzten Verkehrssicherungsschiffe als verlängerter Arm der VTS schifffahrtspolizeiliche Maßnahmen durchsetzen sollen. „Rechtlich äußerst fragwürdig“, finden die Nautischen Vereine. Diese Maßnahmen mit denen der Fluglotsen zu vergleichen, entbehrten jeglicher Grundlage und zeigten die Sorglosigkeit der Verantwortlichen, kritisiert Wasmuth.

Mit Sorge betrachten die Nautiker auch den langsam fahrenden Baustellenverkehr. Die Äußerungen, mögliche Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs würden minimiert, reichten nicht aus. Die angedeutete enge Zusammenarbeit mit dem Fährbetreiber sei zwar sinnvoll, doch die Reederei habe davon bislang keine Kenntnis, bemängeln die Nautischen Vereine im FT.

Die Lösung dieser „immer noch unbefriedigenden Situation“ stecke in der immer wieder gefordertem „Echtzeit-Simulation der gesamten bauzeitlichen Verkehrslage im Fehmarnbelt“, ist Wasmuth überzeugt. Und erst nach Auswertung dieser Simulation könne überhaupt beurteilt werden, wie der Schiffsverkehr im Fehmarnbelt während der Bauphase sicherer gemacht werden könne, so das FT. 

„Wir können es nicht nachvollziehen weshalb Femern A/S diesen einfachen und für alle Beteiligten und Betroffenen nachvollziehbaren und transparenten Weg nicht geht“, so das Fazit der Nautiker.