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Autos und Busse können Belttunnel autonom queren

02.10.2018

Noch ist es Zukunftsmusik: Die Dänen planen, dass im Fehmarnbelttunnel in den zwei Autoröhren selbstfahrender Verkehr möglich wird – tief unter dem Meeresspiegel der Ostsee, schreiben die Lübecker Nachrichten.

Noch ist es Zukunftsmusik, aber die Dänen arbeiten bereits konkret an den Plänen: Im Fehmarnbelttunnel zwischen Puttgarden und Rødbyhavn sollen auch selbstfahrende Autos, fahrerlose Busse und automatisierte Lastwagen unterwegs sein. Im „Untergeschoss“ der Tunnelröhren soll die nötige Technik installiert werden. Das teilt die dänische Projektgesellschaft Femern A/S mit.

Der weltweit längste Absenktunnel für kombinierten Eisenbahn- und Straßenverkehr wird aller Voraussicht nach irgendwann zwischen 2026 und 2028 in Betrieb gehen, schreiben die LN.

Nach Einschätzung der dänischen Bauherren dürfte das autonome Fahren bis dahin deutlich weiterentwickelt sein. „Viele unserer Kunden werden in selbstfahrenden Autos und Lastwagen sitzen“, sagt Peter Henningsen, Designmanager für Installation beim Tunnel-Bauherren Femern A/S. „Daraus können wir Vorteile ziehen.“ Die Dänen versprechen sich von autonom rollenden Fahrzeugen eine höhere Sicherheit in den Tunnelröhren. Auffahrunfälle aufgrund menschlichen Versagens würde es nicht mehr geben. Gleichzeitig soll mehr Verkehr in kürzerer Zeit durch den Tunnel geschleust werden. Weil der Verkehr in zwei Röhren fließt, wird es keinen Gegenverkehr geben, so die LN.

„Wenn die Technologie dazu bereit ist, können wir den Tunnel dazu bringen, mit den Fahrzeugen zu kommunizieren“, kündigt Henningsen an. Wichtige Verkehrsinfos aus dem Tunnel würden direkt an die fahrerlosen Autos gesendet. „Wir richten den Tunnel so sein, dass er auch in ferner Zukunft noch neueste Technologie nutzen kann.“ Die Betonkonstruktion des Belttunnels ist auf eine Lebensdauer von mindestens 120 Jahren ausgelegt, schreibt das Blatt.

Die Lage unter dem Meeresboden spielt fürs autonome Fahren keine Rolle. Eine technische Herausforderung aber stellt die Länge des Tunnels dar. Die Ostseeröhre ist 17,6 Kilometer lang. „Deshalb bauen wir alle zwei Kilometer Spezialelemente mit einem Versorgungsraum unterhalb der Fahrbahnen“, erläutert Matthias Laubenstein, Chef für das deutsche Planungsverfahren.

In diesem „Untergeschoss“ sollen bei laufendem Verkehr auch Wartungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Die Energieversorgung wird von den Tunnelportalen aus sichergestellt, wo Transformatoren an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind.

Der Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) heißt das Vorhaben der Dänen gut. Die Entwicklung vom automatisierten bis hin zum autonomen Fahren verlaufe rasant. „Wie gut, dass wir mit dem größten deutsch-dänischen Verkehrsprojekt auch für die Zukunft gerüstet sind.“