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Schienenanbindung FFBQ: DB muss Konzept Ende des Monats vorlegen

01.11.2018

Fristverlängerung von sechs Monaten praktisch über Nacht einkassiert. Regionalmanager Jürgen Zuch spricht von einer „Riesenfrechheit“ , schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

April, April – und alles wieder zurück. Die Deutsche Bahn soll ihr Konzept für die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, in das die Betroffenheiten der Region mit eingearbeitet werden sollen, nun doch schon Ende November dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) übergeben, schreibt das Fehmarnsche Tageblatt.

Erst vor drei Wochen war den Beteiligten in der Sitzung des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung eine Fristverlängerung um ein halbes Jahr zugestanden worden. Die Zusage ging zurück auf ein in Kiel geführtes Spitzengespräch mit dem Berliner Verkehrsstaatssekretär Gerhard Schmidt, der die Fristverlängerung gewährte (wir berichteten).Die Vertreter des Kreises Ostholstein und der Kommunen an der geplanten Schienentrasse waren erleichtert, da nun die Aussicht bestand, die Forderungen vor allem auf dem Gebiet des übergesetzlichen Lärmschutzes detailliert in das Konzept einarbeiten zu können. Doch das BMVI hat die Fristverlängerung nun wieder einkassiert, so das FT.

Entsprechend bestürzt zeigen sich die Akteure in der Region, die sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Fehmarns Regionalmanager Jürgen Zuch sprach gestern Nachmittag von einer „Riesenfrechheit“ und einer „Zumutung“ davon erst aus der Presse erfahren zu müssen. „Das Bundesverkehrsministerium und auch Landesverkehrsminister Buchholz hätten die Gremien informieren müssen“, so Zuch. Auf diese Art und Weise schaffe man kein Vertrauen. Zuch geht davon aus, den Bericht der Deutschen Bahn an das BMVI gar nicht mehr vorab einsehen zu können. „Es ist wie immer, wir laufen hinterher. Augenhöhe ist anders.“ Und auch die CDU-Kreistagsfraktion ist auf der Zinne. „Es ist völlig unverständlich, warum gemachte Terminzusagen bei der Konzepterstellung für die Schienenhinterlandanbindung seitens der Bahn mit einem Federstrich einkassiert wurde“, ist CDU-Kreistagsfraktionschef Timo Gaarz sauer. Die Deutsche Bahn hinterlasse vielmehr den Eindruck in der Region, „dass die berechtigten Forderungen unseres Kreises keinen hohen Stellenwert besitzen“. Der Projektbeirat des Dialogforums tagt am 12. November – das Thema dürfte feststehen.