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Vier Milliarden Euro: Kosten für Belt-Gleise explodieren

03.12.2018

Der Aus- und Neubau der schleswig-holsteinischen Schienenanbindung zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel wird voraussichtlich doppelt so teuer wie bisher vorgesehen. Wie aus einem neuen Bericht des Bundesrechnungshofs hervorgeht, beziffert die Behörde die Kosten inzwischen auf gut vier Milliarden Euro. Das Bundesverkehrsministerium war zuletzt von rund zwei Milliarden ausgegangen, schreibt die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung.

Der Rechnungshof bezieht sich bei seiner Schätzung auf Unterlagen der DB Netz AG und des Eisenbahnbundesamtes, so die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung.  Die zeigten, dass sich „die zu erwartenden Gesamtkosten für die Vorzugsvariante inzwischen auf rund 3,5 Milliarden Euro summieren“, schreiben die Rechnungsprüfer. Hinzu kämen „mindestens 500 Millionen Euro für die neue Fehmarnsundquerung“. Die alte Brücke, ein Wahrzeichen des Landes, soll durch eine neue Brücke oder einen Tunnel ersetzt werden.

Noch gar nicht berücksichtigt sind bei all dem die Kosten für einen möglichen übergesetzlichen Lärmschutz in den Orten an der Bahnstrecke. Womöglich deshalb schreibt der Rechnungshof in seinem Bericht sogar, dass sich „die Gesamtkosten für die Hinterlandanbindung gegenüber der zuletzt durch das Verkehrsministerium genannten Zahl um den Faktor drei erhöhen“.

Der Rechnungshof bemängelt außerdem, dass die Bahn die 55 Jahre alte Sundbrücke verfallen lasse. „Insgesamt hat der Bundesrechnungshof den Eindruck, dass die DB Netz AG die Instandhaltung der Brücke nicht mit dem notwendigen Nachdruck betreibt“, heißt es im Bericht. Die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete und Belttunnel-Gegnerin Bettina Hagedorn forderte daher Bahn und Verkehrsministerium auf, „bei der Sanierung der Sundbrücke Gas zu geben“.